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Die vierte Etappe des Westwegs zählt zu den landschaftlich abwechslungsreicheren Abschnitten im Nordschwarzwald. Die Strecke verbindet mehrere bekannte Höhenpunkte miteinander und verläuft lange Zeit in den offenen Hochlagen des Schwarzwalds.
Besonders prägend sind die weiten Ausblicke, die Hochmoorlandschaften und die langen Passagen entlang der Kammlagen. Gleichzeitig sollte man die Etappe nicht unterschätzen. Trotz fehlender extremer Steigungen summieren sich die Kilometer und Höhenmeter spürbar.
Fakten zur Wanderung
- Strecke: 26 km
- Dauer: 8 Stunden
- Höhenmeter: 850 m
- Schwierigkeit: Schwer
- Start: Unterstmatt
- Ziel: Alexanderschanze
Strecke & Verlauf
Von Unterstmatt führt der Westweg zunächst weiter hinauf Richtung Hornisgrinde. Bereits früh zeigen sich die offenen Hochlagen, die den Charakter dieser Etappe prägen. Die Wege wechseln zwischen breiteren Schotterwegen und angenehmen Naturpfaden.
Die Hornisgrinde gehört klar zu den Höhepunkten der Strecke. Durch die offene Landschaft ergeben sich weite Blicke über den Nordschwarzwald und bei guter Sicht bis in die Rheinebene. Gerade im Vergleich zu den stark bewaldeten Etappen zuvor wirkt dieser Abschnitt deutlich freier und weiter.

Rund um die Hochflächen verlaufen Teile der Strecke über Bohlenwege und offene Moorbereiche. Dadurch entsteht stellenweise fast ein ganz anderer Landschaftseindruck als auf den klassischen Waldwegen des Westwegs.
Im weiteren Verlauf wechseln sich offene Höhenzüge immer wieder mit ruhigeren Waldpassagen ab. Der Weg bleibt meist angenehm zu laufen und technisch unkompliziert. Trotzdem kosten die vielen kleineren Anstiege mit der Zeit Kraft.
Richtung Zuflucht wird die Strecke etwas ruhiger. Danach folgt erneut ein längerer Abschnitt durch typische Schwarzwaldwälder. Die letzten Kilometer bis Alexanderschanze verlaufen weniger spektakulär, aber angenehm ruhig.
Durch die vielen offenen Bereiche sollte man Wetter und Temperatur im Blick behalten. Bei Sonne kann die Etappe überraschend anstrengend werden, bei Wind dagegen recht kühl.

Tipps
- Wind in Hochlagen
- Wenig Schatten
- Feste Schuhe empfohlen
- Wetter vorher prüfen
Ausrüstung
Für diese Wanderung habe ich folgende Ausrüstung genutzt:
- Wanderschuhe: Meindl Bernina 2 Wanderstiefel
- Rucksack: Deuter Aircontact 70+10
- Schlafen: Sea to Summit Spark Down Schlafsack und Therm-a-Rest NeoAir Xlite
- Wasserversorgung: Katadyn Hiker Pro, Nalgene Weithalsflasche 1,5L, Tatonka Alubecher
- Kochen: BRS Kocher und Gaskartuschen
- Wanderstöcke: Leki Makalu
- Stromversorgung: Powerbank
Eine Übersicht meiner kompletten Ausrüstung findest du hier
Impressionen






Meine Einschätzung zur Etappe
Die Etappe startet direkt mit einem der bekanntesten Abschnitte des nördlichen Schwarzwalds. Der Aufstieg auf die Hornisgrinde zieht ordentlich Kraft, vor allem weil es auf großen Teilen kaum Schatten gibt. Dafür steht man danach immerhin auf dem höchsten Berg des nördlichen Schwarzwalds. Rund um den Mummelsee wird es allerdings schnell extrem touristisch. Gerade bei gutem Wetter ist dort enorm viel los und die Preise im Biergarten fand ich ehrlich gesagt ziemlich überzogen. Immerhin gibt es dort einen 💧 Trinkwasserbrunnen.
Wichtig zu wissen: Der 💧 Trinkwasserbrunnen am Seibelseckle ist die letzte sichere Wasserquelle dieser Etappe, obwohl danach noch ein großer Teil der Strecke vor einem liegt. Genau dieser Abschnitt zieht sich dann teilweise enorm. Bis zur Darmstädter Hütte läuft man lange relativ eintönig und oft ohne Schatten. Der Wildseeblick lohnt sich zwar definitiv, insgesamt fehlt der Strecke in diesem Bereich aber etwas die Abwechslung.
Auch danach wird es nicht wirklich spannender. Der Weg bis zur Alexanderschanze zieht sich für meinen Geschmack deutlich zu sehr und bietet außer gelegentlichen Ausblicken und dem Lotharpfad eher wenig Besonderes. Ehrlich gesagt verpasst man auf diesem Abschnitt nicht allzu viel, wenn man stattdessen den parallel verlaufenden Bus zwischen Ruhestein und Alexanderschanze nimmt. Positiv überrascht hat mich allerdings, dass man die nahe Bundesstraße deutlich seltener hört als erwartet.
👍 Stärken:
- Hornisgrinde als markanter Schwarzwald-Gipfel
- 💧 Trinkwasserbrunnen am Mummelsee und Seibelseckle
- Wildseeblick lohnt sich
- Lotharpfad als interessanter Abschnitt
- Wenig Straßenlärm trotz Bundesstraßen-Nähe
👎 Schwächen:
- Anstrengender Aufstieg mit wenig Schatten
- Mummelsee stark touristisch überlaufen
- Überteuerte Preise am Mummelsee
- Lange eintönige Abschnitte ohne Schatten
- Sehr lange Strecke ohne 💧 Wasserquelle
- Weg bis Alexanderschanze zieht sich extrem
Fazit
Die vierte Etappe gehört landschaftlich zu den stärkeren Abschnitten des Nordschwarzwalds. Vor allem die offenen Hochlagen rund um die Hornisgrinde machen den Weg abwechslungsreich und deutlich anders als die vorherigen Waldetappen. Wer weite Ausblicke und längere Höhenwege mag, bekommt hier eine sehr lohnende Westweg-Etappe.
Weitere Wanderberichte findest du in der Kategorie Wanderberichte
← Etappe 3: Forbach nach Unterstmatt
→ Etappe 5: Alexanderschanze nach Harkhof
