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Die zweite Etappe des Westwegs führt tiefer hinein in den Nordschwarzwald und wirkt deutlich ursprünglicher als der Auftakt ab Pforzheim. Die Strecke lebt von langen Waldpassagen, ruhigen Wegen und ersten richtig typischen Schwarzwaldlandschaften mit dichter Bewaldung und einzelnen Aussichtspunkten.
Konditionell ist die Etappe anspruchsvoller als viele zunächst erwarten. Vor allem die Länge und das ständige Auf und Ab kosten mit der Zeit Kraft. Technisch bleibt der Weg aber meist unkompliziert und gut zu laufen.
Fakten zur Wanderung
- Strecke: 26 km
- Dauer: 7 Stunden
- Höhenmeter: 750 m
- Schwierigkeit: Mittel
- Start: Dobel
- Ziel: Forbach
Strecke & Verlauf
Der Start in Dobel verläuft zunächst ruhig durch bewaldete Abschnitte. Schnell entfernt man sich wieder von den Ortschaften und läuft lange Zeit auf typischen Schwarzwaldwegen durch dichte Wälder. Der Untergrund wechselt zwischen breiten Forstwegen und angenehmen Naturpfaden.
Die Etappe wirkt insgesamt deutlich abgeschiedener als der erste Abschnitt des Westwegs. Größere offene Flächen oder längere Ausblicke sind seltener, dafür entsteht immer mehr das Gefühl einer klassischen Schwarzwald-Fernwanderung.
Immer wieder sorgen kleinere Lichtungen oder freie Stellen für kurze Ausblicke über die bewaldeten Höhenzüge. Besonders angenehm ist dabei die Ruhe auf weiten Teilen der Strecke. Viele Abschnitte verlaufen fernab größerer Straßen.

Konditionell fordern vor allem die vielen kleineren Gegenanstiege. Keine einzelne Passage ist extrem steil, aber die ständigen Höhenwechsel summieren sich über den Tag deutlich. Gerade mit schwerem Rucksack merkt man die Strecke spätestens im letzten Drittel.
Vor Forbach verändert sich die Landschaft langsam. Der Weg führt stellenweise etwas offener durch den Hangbereich, bevor es hinunter ins Murgtal geht. Der Abstieg zieht sich teilweise recht lang und kann auf müden Beinen anstrengend werden.
Forbach selbst wirkt nach den langen Waldpassagen fast schon belebt. Die bekannte Holzbrücke und das Tal bilden einen guten Abschluss der Etappe.

Tipps
- Langer Abschnitt ohne Schatten
- Brunnen ausreichend vorhanden
- Feste Schuhe empfohlen
- Wetter vorher prüfen
Ausrüstung
Für diese Wanderung habe ich folgende Ausrüstung genutzt:
- Wanderschuhe: Meindl Bernina 2 Wanderstiefel
- Rucksack: Deuter Aircontact 70+10
- Schlafen: Sea to Summit Spark Down Schlafsack und Therm-a-Rest NeoAir Xlite
- Wasserversorgung: Katadyn Hiker Pro, Nalgene Weithalsflasche 1,5L, Tatonka Alubecher
- Kochen: BRS Kocher und Gaskartuschen
- Wanderstöcke: Leki Makalu
- Stromversorgung: Powerbank
Eine Übersicht meiner kompletten Ausrüstung findest du hier
Impressionen









Meine Einschätzung zur Etappe
Die Etappe von Dobel nach Forbach gehört für mich zu den stärkeren Abschnitten auf dem nördlichen Westweg. Direkt zu Beginn sollte man in Dobel noch einmal einkaufen und am 💧 Trinkwasserbrunnen seine Wasservorräte auffüllen, denn danach geht es erst einmal lange und stetig bergauf. Der Anstieg zieht sich zwar, läuft sich aber insgesamt angenehm und ohne brutale Rampen. Spätestens an der 🛖 Schutzhütte Weithäusleplatz merkt man dann, dass der größte Teil des Aufstiegs geschafft ist.
Unterwegs reiht sich ein Highlight ziemlich angenehm ans nächste. Die ersten richtigen Aussichtspunkte wie der Schweizerkopf bringen endlich die typischen Westweg-Blicke, die viele mit dem Schwarzwald verbinden. Die bewirtschaftete 🛖 Hahnenfalzhütte mit der nahen 💧 Trinkwasserquelle ist ein perfekter Pausenplatz und auch der Biergarten des Hotels Sarbacher kam für mich genau zur richtigen Zeit. Man läuft den Hang hinunter und sieht ihn dabei die ganze Zeit – besser kann ein Zwischenstopp fast nicht liegen.
Das Hohlohmoor mit See, Aussichtsturm und 🛖 Schutzhütte gehört für mich klar zu den besten Spots der Etappe. Danach wird es ruhiger, besonders rund um die 🛖 Draberghütte ist man alleine. Mit dem Latschigfelsen wartet später noch einmal ein richtig guter Blick ins Murgtal, bevor der Abstieg nach Forbach zum Abschluss noch einmal ordentlich Kraft kostet. Der ist teilweise ziemlich steil und zieht sich in die Beine. Praktisch sind dafür die beiden 💧 Trinkwasserbrunnen kurz vor Forbach sowie die Einkaufsmöglichkeiten und der direkte ÖPNV-Anschluss im Ort.
👍 Stärken:
- Viele abwechslungsreiche Highlights entlang der Strecke
- Erste richtig gute Aussichtspunkte des Westwegs
- Hohlohmoor mit Turm und See als Top-Spot
- Mehrere 🛖 Schutzhütten entlang der Etappe
- Gute 💧 Wasserversorgung unterwegs
- Biergarten des Hotels Sarbacher perfekt gelegen
- Einkaufsmöglichkeiten und ÖPNV in Forbach
👎 Schwächen:
- Langer stetiger Anstieg ab Dobel
- Steiler und anstrengender Abstieg nach Forbach
- Einkaufsmöglichkeit in Dobel etwas off-trail
Fazit
Die zweite Westweg-Etappe zeigt den Nordschwarzwald bereits deutlich ursprünglicher und ruhiger. Große spektakuläre Highlights fehlen zwar weitgehend, dafür überzeugt die Strecke durch ihren konstanten Wandercharakter und die langen naturnahen Abschnitte. Wer gerne viele Stunden ruhig durch Wälder läuft und Fernwander-Atmosphäre mag, bekommt hier eine sehr stimmige Etappe.
Weitere Wanderberichte findest du in der Kategorie Wanderberichte
← Etappe 1: Pforzheim nach Dobel
→ Etappe 3: Forbach nach Unterstmatt
